Was ist das, was eine Klinge nicht zerschneiden, Feuer nicht verbrennen, Wasser nicht nässen noch der Wind trocken kann?
Die Seele

Das bist du.
Stell dir einen winzigen Punkt vor, dem alle Gedanken entspringen.
Dieser Punkt denkt, erinnert sich und entscheidet.
Dieser Punkt bist du.
Das ist der Punkt, in dem Gefühle entstehen.
Das bist du.
Ein spirituelles Wesen, das durch den Körper handelt...
Das bist du.
Das bist du.
Wer bin ich?
Ist Ihr Identitätsgefühl in der letzten Zeit etwas ins Wanken geraten? Steht vielleicht ein Umzug, ein Karrierewechsel oder sind Ihre Kinder gerade dabei auszuziehen? Haben Sie das unbestimmte Gefühl, dass Sie etwas mit mehr Herz und Bedeutung tun könnten. Fragen Sie sich gar, worin der Sinn Ihres Lebens besteht?
Veränderung lockert das normalerweise stark mit dem Körper verbundene Identitätsgefühl. Weil die uns vertrauten Rollen, die bestimmt haben, wie wir über uns selbst denken, eine Veränderung durchlaufen, sind wir uns plötzlich nicht mehr sicher, wer wir wirklich sind, geschweige denn, wie wir diesem Räzel auf den Grund kommen könnten. Es ist ein Glück, wenn uns eine solche Unsicherheit dazu animiert, uns mit neuer Offenheit auf die Suche nach unserer wirklichen Identität zu machen, denn dann begeben wir uns auf ganz natürliche Weise in einen Zustand höheren Bewusstseins.
Ich bin eine Seele
Das spirituelle Wissen der Brahma Kumaris ermuntert jeden von uns, sich als spirituelles Wesen, als unendlich kleinen Stern, als winzigen Punkt unsichtbarer, leuchtender, nicht-physischer Energie, d.h. als Seele zu betrachten. Ist das wirklich das, was ich bin? So lang schon habe ich mich als Frau oder Mann, ja als körperliches und nicht als spirituelles Wesen betrachtet... Versuchen Sie es einfach mal. Stellen Sie sich selbst für einen Moment als winzigen Stern reinen, lebendigen Lichtes – dem Licht der Bewusstseinsenergie – vor. Betrachten Sie sich als Seele, das „Wesen“, das im Mittelpunkt Ihrer Stirn hinter den „Fenstern“ Ihrer Augen zu Hause ist. Befinden Sie sich in diesem Bewusstseinszustand, sind sie seelenbewusst. Das ist Ihre spirituelle Identität.
Selbsterkenntnis
Schon seit langem haben Philosophen bestätigt, dass jeder Einzelne „Selbsterkenntnis“ erfahren kann, indem er über die Begrenzungen des egozentrischen Selbst hinausgeht. Mit dieser Erkenntnis stellt sich auch ein tiefes Verständnis des menschlichen Wertes ein. Wenn ich seelenbewusst bin, wird mein Identitätssinn vom innewohnenden Wert der Seele abgeleitet und nicht vom begrenzten, unbeständigen Bild des Körpers.
Auf die Selbsterkenntnis folgt die Erinnerung an das Selbst. Sich daran zu erinnern, wer wir sind, festigt die Fähigkeit, im Seelenbewusstsein zu verweilen auch während wir denken, uns bewegen und mit anderen interagieren, d.h. unseren Geist und Körper mit Weisheit einzusetzen und uns gewissenhaft und diszipliniert um sie zu kümmern und durch unsere Haltung, Gedanken, Schwingungen und Äußerungen Respekt und Liebe mitzuteilen.
Seele: Geist, Intellekt und Persönlichkeit
Jede Seele hat drei voneinander getrennte Fakultäten, die allen Mensch ungeachtet ihrer Herkunft innewohnen. So wie elektrische Energie Wärme, Klang oder Licht erzeugt, je nachdem durch welche Vorrichtung sie strömt, bedient sich auch die Energie des Bewusstseins ähnlich drei unterschiedlicher, aber dennoch eng miteinander verbundener Fakultäten, die hier Geist, Intellekt und Persönlichkeitszüge genannt werden.
Der Geist
Durch die Kraft des Geistes entstehen Vorstellungen, Gedanken und Ideen. Gedanken haben ihren Ursprung im Geist und bilden die Grundlage aller Emotionen, Wünsche und Empfindungen. Es ist der Geist, durch den Gedanken in Sekundenschnelle überall sein können, eine Erinnerung wieder erlebt wird und Gefühle des Glücks und der Traurigkeit empfunden werden. Der metaphysische Geist sollte dabei nicht mit dem Herzen, dem körperlichen Organ zur Erhaltung des Blutkreislaufes, verwechselt werden.
Der Intellekt
Die Gedanken werden durch den Intellekt verarbeitet und interpretiert. Er bildet die Fakultät, die versteht. Die Fähigkeit zu verstehen ist möglicherweise die wohl wichtigste Kraft der Seele. Ein klares Verständnis ist nur dann gegeben, wenn der Intellekt durch regelmäßiges Studium spirituellen Wissens und der disziplinierten Praxis der Meditation groß, tief und weitsichtig geworden ist. Der Intellekt erörtert auch, merkt sich Dinge, diskriminiert und trifft Entscheidungen. Der nicht physische Intellekt sollte dabei nicht mit dem physischen Gehirn, d.h. der körperlichen Zentrale des Nervensystems verwechselt werden. Das Gehirn dient der Seele als Steuerpult, d.h. es stellt Hilfsmittel bereit, durch welche die Seele sich ausdrücken kann.
Die Persönlichkeit
Jede vollendete Tat hinterlässt einen Eindruck auf der Seele. Gewohnheiten, Temperament und Tendenzen sind alle in der Seele (in Form von Bildern, Gefühlen, Klängen, Gedankenzügen etc.) eingebettet und das direkte Resultat vergangener Taten. Das grundlegende Wesensmerkmal der Seele, seine Persönlichkeit, wird durch solche Eindrücke geprägt. Diese Eindrücke aus der Vergangenheit bilden das Reservoir, aus dem wir schöpfen, oft unterbewusst. Sie sind damit die Quelle all unserer Gedanken und Taten im Hier und Jetzt.